Erste Erfahrungen mit Remote-Gaming durch Steam und Steam Link

Diese Woche möchte ich das Thema Remote-Gaming, was auch als Inhouse-Streaming bekannt ist, ansprechen, da es mich schon seit Wochen beschäftigt. In diesem Beitrag beschreibe ich welche Vorstellungen ich von Inhouse-Streaming hatte, wie sich diese bewahrheitet haben und welche Schwierigkeiten bei der Einrichtung auftraten.

Da ich durch meinen Beruf tendenziell „immer“ unter der Woche auf Reisen bin, hatte ich mir für das weiterführen meines Hobbies folgendes Szenario ausgemalt:

Wie schön wäre es, wenn ich mich vom Hotel (oder sonst irgendwo) mit meinem Rechner verbinden könnte und alle Vorzüge meines heimischen Rechners nutzen könnte.

Um dieses Ziel anzugehen habe ich mich näher mit Remote-Gaming beschäftigt. Steam – die Spiele Plattform meiner Wahl – hat bereits das Konzept seid Jahren implementiert. Auf ihrer Webseite wirbt Steam mit Plattformunabhängigkeit (Windows, Linux, MacOS), Verringerung von Redundanz („Einmal herunterladen, überall spielen“) sowie nahtlosem Spielkomfort (Wechsel der Stream-Empfänger Geräten). Somit können alle Geräte, auf denen Steam installiert ist, weitere Instanzen von Steam im gleichen Netzwerk finden und als Empfänger des Streams dienen.

Mit der Steam Link hat Steam zusätzlich dafür gesorgt, dass es ein dediziertes Gerät zu kaufen gibt, welches ausschließlich als Empfänger von Streams zur Verfügung steht. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen 2016 gab es ein Angebot, welches ich mir hab nicht entgehen lassen. Das Gerät war von 54,99€ auf unter 21,99€ herunter gesetzt. Der Lieferumfang beinhaltete alles Notwendige um direkt los zu starten. Nachdem HDMI-, LAN-, Controller- und Stromkabel angeschlossen waren, ging es auch gleich los. Mein Rechner wurde genau wie mein Laptop erkannt, da bei beiden Steam online war.

Problem #1 – Zugriff gesperrt

Erkannt wurde mein Rechner, doch aus irgend einem Grund wurde der Rechner als gesperrt markiert. In Beiträgen (1,2,3) der Steam-Community wurde ich dann fündig. Das Problem ist nachweislich schon seit Jan 2014 bekannt. Der Grund für die gesperrte Steam Instanz ist die Tatsache, dass an dem betroffenen Rechner eine Remote-Desktop-Verbindung aktiv ist. Nun ist das in meinem Fall ein absoluter game-stopper, da mein Rechner ausschließlich headless betrieben werden soll.

Nach kurzer Suche habe ich die Lösung in einem der Antworten von diesem Beitrag gefunden. Hier meine Schritte zur Problemlösung kurz zusammengefasst.

Ziel: bestehende Remote Desktop Verbindungen über das RDP Protokoll müssen beendet / unterbrochen werden

  1. diese Codezeile beendet (bei mir) die aktive Verbindung, wenn sie als Administrator ausgeführt wird.
    Je nach dem wie viele Sessions offen sind, sollte vorher der Befehl entsprechend variiert werden. In dem Post wird der folgende Befehl empfohlen, jedoch erzielt er bei mir nicht die gewünschte Wirkung.
    C:\Windows\system32\TSCON.exe %sessionname% -DEST:Console
  2. Da die Eingabeaufforderung weiterhin offen bleibt nach dem ausführen des Befehls, habe ich mir eine kleine .bat Datei geschrieben, welche auch das Problem löst. Diese wird „als Administrator“ ausgeführt und hinterlässt keinerlei offenen Eingabeaufforderungen, die das Stream-Erlebnis beeinträchtigt.

Problem #2 – Geringe Auflösung

Kaum war es möglich sich mit dem headless PC zu verbinden kam auch schon die zweite Überraschung. Die Auflösung war auf 1366×768 eingestellt und lies sich manuell nicht ändern. Weden in den Steam Einstellungen auf dem Streaming-Host noch in dem Steam Link. Nach kurzer Suche fand ich wiederum in der Steam-Community Beiträge (1, 2) dazu. Das Verhalten in Kurzfassung:

Der Steam Host nimmt für die Auflösung den Bildschirm als Referenz, welcher vom System als Hauptbildschirm definiert wurde.

Das Problem tritt auch dann auf, wenn der Bildschirm ausgeschaltet ist und eine „deep sleep“ Einstellung aktiviert hat (ähnlich wie in dieser Supportanfrage). Vermutlich sind die Signale auf dem Kabel so verschwindend gering (oder gar nicht existent), dass der Rechner nicht erkennt das ein Bildschirm angeschlossen ist.

Daraus folgt: 
Problematisch wird es also dann, wenn der angeschlossen Bildschirm des Host-PC eine niedrigere Auflösung hat, als das Gerät, das zum empfangen ausgewählt wird.

In meinem Fall ist das genau der Fall, denn da ich keinen Bildschirm an meinem headless betriebenen Gaming-PC habe, nimmt er die kleinst mögliche. Eine der Lösungen in dem Artikel ist es, einen extra Adapter zu holen, der dem Host-PC vorgaugelt, dass ein Bildschirm angeschlossen ist. Einer der Anbieter den ich auf die schnelle gefunden habe (Suchbegriff: headless hdmi) , bietet vier Varianten um diese Problematik zu eliminieren.

Meine Lösung ist es aktuell noch einen 1080p Bildschirm angeschlossen zu haben, der jedoch nicht angeschaltet wird.
Als Alternative werde ich kurz- bis mittelfristig einen solcher Adapter erstehen und ausprobieren.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich mit der aktuellen Lage sehr zufrieden bin. Mit dem kleinen Workaround bei Problem #2 und den anfänglichen Hürden, bin ich gespannt wie es weiter geht. Die ersten Spiele habe ich bereits ausgetestet und mit dem Steam Controller einiges an Spaß gehabt. In den folgenden Wochen werde ich ausprobieren das SteamOS auf meinem Host-PC zum laufen zu bringen. Außerdem möchte ich noch testen welche Qualität ich über eine VPN Verbindung von außerhalb meines Heimnetzwerks erreichen kann.

Wenn ihr Interesse habt an dem Thema oder Fragen, die bisher noch nicht beantwortet / thematisiert wurden, schreibt mir gerne unten in den Kommentaren was euch beschäftigt.

Bis zum nächsten Beitrag am nächsten Freitag.

Der Artikel ist auch in english verfügbar.

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