Wie man Eclipse Che auf Linux/Windows einrichtet

Diese Woche möchte ich mit euch meine Erfahrungen, hinsichtlich der Installation und Einrichtung von Eclipse Che auf Windows / Linux (Ubuntu) , teilen.

Wegen einem Vortrag in der Arbeit habe ich mich mit dem Thema Eclipse Che beschäftigt. Wir wollen mit unserem Vortrag unseren Kollegen einen Einblick geben, welche Versionen von Eclipse auf dem Markt sind und diese gegenseitig Vergleichen. Im Fokus stehen Eclipse Orion (Browser Based), Eclipse Neon2 (Desktop Version) und Eclipse Che. In diesem Beitrag geht es jedoch ausschließlich um Eclipse Che, sowie die Schwierigkeiten, die bei der Einrichtung auftraten.

Eclipse Che ist ein Workspace Server und gleichzeitig eine CloudIDE, die ausschließlich als Docker-Container ausgeliefert wird. Als ich vor Monaten den ersten Kontakt mit Eclipse Che hatte, versuchte ich vergeblich Eclipse Che auf Windows zu installieren. Deshalb habe ich mir auf meinem privaten ESXi Server (VMWare Hypervisor) eine Windows10 VM erstellt, um eine isolierte Testumgebung als Referenz zu nutzen.

Windows 10

Docker Engine – ohne Hyper-V geht es nicht!

Das erste Problem trat auf, als ich versuchte Docker auf der VM zu starten. Die Installation ist ohne Komplikationen durchgelaufen und hat mich gebeten die Aktivierung von Hyper-V zu gestatten, um Docker problemlos nutzen zu können. Nach der Installation startete Docker eigenständig, konnte dies jedoch nicht erfolgreich abschließen. Mit der Fehlermeldung Unable to write to database. Exit code: 1 meldete Docker den Grund seines misslungenen Starts. Nach kurzer Suche fand ich den Grund dafür in diesem Kommentar.

Docker kümmert sich während der Installation in seinem Wizard um Hyper-V, meldet sich bei Fehlern aber anscheinend nicht bei dem Nutzer. Deshalb habe ich meine VM Einstellungen kontrolliert und fand diese Option unter der Rubrik CPU in der ESXi Web Oberfläche.

Nachdem ich die Optionen aktiviert und die VM durchgestartet habe, war es möglich (auch ohne Neuinstallation) Docker zu starten.

Eclipse Che – so einfach geht es doch nicht!

Eclipse wirbt auf seiner Produktwebseite von Che, dass ein einzelner docker Befehlt reicht, um Che einzurichten.

Mit dem Befehl  docker run eclipse/che start sollte eigentlich der Dienst vollautomatisiert starten, was leider nicht der Fall war. Dafür hat Che Handlungsempfehlungen für die Behebung des Problems bereit gestellt. Auch mit dem zusätzlichen Parametern startet Che nicht. Die nächste Handlungsempfehlung mit dem Titel „einfachste Syntax“ entfernt sich immer weiter von dem beworbenen Startbefehl und steigert sich sogar noch in der Komplexität des Befehls!

Windows Berechtigungen – geteilte Ordner

Für Testzwecke habe ich mir direkt im Laufwerk C:\  einen Ordner che  erstellt für die Che Workspaces. Mit dem Befehl docker run -it --rm -v /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock -v /c/che:/data eclipse/che start  war es mir dann auch möglich die nächste Fehlermeldung zu produzieren.

In den Docker Einstellungen müssen für neue Container Laufwerke freigegeben werden, damit Windows Schreib- und Lesezugriffe für Docker zulässt. Die Einstellungen von Docker können durch einen Rechtsklick auf das Dockersymbol in den ausgeblendeten Symbolen aufgerufen werden. Dort findet sich in der linken Leiste der Eintrag Shared Drives, welcher dann die Auswahl für freizugebende Laufwerke bietet. Mit der Checkbox können beliebige Laufwerke in die Docker Umgebung eingebunden werden. In meinem Beispiel nutze ich das Laufwerk C.

Eclipse Che – up and running

Nach einigem hin und her war es dann endlich soweit. Che hatte mich durch seine Handlungsempfehlungen auf all seine notwendigen Parameter hingewiesen. Nach einer kleinen Wartezeit waren dann auch alle Container Layer geladen und entpackt.

Die Oberfläche von Che war dann auch lokal von der Windows VM zu erreichen. Von anderen Maschienen, außerhalb der VM, kam ich durch Firewall Beschränkungen nicht an die Oberfläche. Was für mich der Zeitpunkt war von Windows auf Linux zu wechseln. Nicht, dass ich das Problem nicht könnte, aber Windows Firewall Problematiken wollte ich in diesem Beitrag nicht behandeln. -.-

Linux – Ubuntu

Docker Engine – Installation leicht gemacht

Docker hat für Linux Systeme die Seite get.docker.com eingerichtet, welche es ermöglicht in wenigen Befehlen die Docker Engine auf dem Wunschsystem zu installieren. Mit dem ersten Kommentar auf der Seite ist auch schon die Installationsanleitung beschrieben:

Gesagt, getan! Kaum habe ich den Befehl in meinem Putty Terminal abgesetzt, bekam ich auch schon die Information, dass ich curl gar nicht installiert habe auf meinem Linux System. Doch die Handlungsempfehlung von Ubuntu hat mir den notwendigen Befehl für die Installation gleich mitgeliefert.

Nach der Installation von curl konnte es dann auch schon los gehen mit der eigentlichen Installation. Der Aufruf des Befehls curl -sSL https://get.docker.com/ | sh hat mich gebeten mich als Nutzer der sudo Gruppe zu identifizieren. Danach verlief die Installation vollautomatisch.

Die grün hervorgehobene Handlungsempfehlung bietet bei lokalen Nutzern, die nicht in der sudo Gruppe enthalten sind, die Möglichkeit Docker Container zu erstellen, verwalten und löschen, sofern diese ausgeführt wird. Was ich auch für das folgende Beispiel verwendet habe.

Eclipse Che – so einfach geht es auch unter Linux nicht!

Unter Linux konnte ich die umworbene komfortable Installation von Che ebenfalls nicht anwenden. Auch hier meldet sich Che mit der Notiz missing mandatory parameter.

Genau wie unter Windows reicht die erste Handlungsempfehlung von Che nicht aus, um den Workspace Server zu starten.

Eclipse Che – up and running

Doch mit der simple syntax installiert Docker unter Linux, wie auch bereits unter Windows, die Che Instanz ohne zu murren.
docker run -it --rm -v /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock -v $HOME/che:/data eclipse/che start

Im Gegensatz zu Windows konnte ich jedoch ohne weitere Konfiguration von beliebigen Rechnern (MacOS, Windows, Linux) über die IP des Docker Hosts und des Eclipse Che Port 8080 auf die Anwendung zugreifen.

Eclipse Che – workspace Einrichtung

Die URL aufrufen, auf der linken Seite workspaces auswählen, einen Namen vergeben und schon beginnt das Generieren des ersten Workspaces mit Eclipse Che.

Ausblick

Nächste Woche gehe ich dann näher auf die Funktionen und Eigenschaften der Cloud IDE von Eclipse Che ein. Mein Fokus wird dabei auf der Differenzierung zu der mir gewohnten Eclipse Desktop Anwendung liegen. Fragen die mich besonders bei dem Vergleich interessieren sind:

  • Welche Abstriche von Funktionalitäten muss ich bei Che erwarten?
  • Sind meine gewohnten Tastenkürzel ebenfalls in Che vorhanden?
  • Gibt es Features, worüber ich mich ausschließlich bei Che darüber freuen kann?
  • Wie einfach ist die Integration von bestehenden Projekten auf einen Che workspace.

Wenn ihr Interesse oder Anregungen zu dem Thema habt, schreibt mir gerne unten in den Kommentaren. Auch wenn ihr Fragen zu den Funktionen und Eigenschaften von Che habt, lasst es mich wissen. Dann werde ich diese ebenfalls in meiner Recherche bis nächste Woche berücksichtigen.

Der Artikel ist auch in english verfügbar.

Kommentare (3)

  1. Tyler

    Thanks for the article. We agree that the full syntax of Che (which is provided in the help method) is kind of complicated. However, when we originally had the full syntax as the starting point in documentation, many new users would get it typed incorrectly. So we have had a much better experience with this guided approach of having people increase their syntax piece by piece.

    Antworten
    1. Marcel Hodan (Beitrag Autor)

      Yeah you are right, start small and guide the user to the necessary parameters (good choice). Have you considered a (full blown) installation wizard, on a different entry point (like wizard). A guided tour through the possible parameters which you (as user) can activate or configure. The output could be a command line, like you already provided with the start entry point.

      Antworten
  2. Pingback: Eclipse Che und Neon wie Kartoffeln und Apfelsaft! – Marcel's Tech-Blog

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