Warum habe ich einen Server gekauft um meine eigene Infrastruktur zu verbessern?

Hallo Leute, das ist mein erster Beitrag seit Monaten. Wegen einer dringlichen privaten Angelegenheit war ich so beschäftigt, dass ich keinen weiteren Beitrag schreiben konnte. Da mein Server Zuhause schon (fast) 365 Tage online ist, dachte ich, ich dokumentiere warum ich ihn gekauft, zusammengebaut und in Betrieb genommen habe. Zuerst beschreibe ich wie meine Infrastruktur aussah vor dem Kauf. Danach möchte ich ein wenig darüber schreiben was meine Zielarchitektur war. Abschließen möchte ich die wichtigsten Gründe aufschreiben, weswegen ich mich zu dem Schritt entschieden habe.

Das ist mein Hardware Setup von vor eineinhalb Jahren. Ich nutzte eine Fritz!Box 7490 als Router an den ein RaspberryPi1 und ein programmierbarer Switch NETGEAR GS108E angeschlossen waren. Zwei Geräte waren direkt verbunden mit dem Switch: mein erstes NAS sowie mein NUC, der als GameServer sowie als Docker Host diente. Durch zwei LAN Kabel mit mehr als 10m Abstand habe ich meine Media Center und meinen GamingPC angeschlossen. Das Media Center besteht aus meinem zweiten NAS, einer PS3, die als BluRay Player dient, einer Wetek Play und unserem Fernseher. Der Fernseher wird als visuelles Medium für beide Abspielgeräte verwendet. Alle Komponenten des Media Centers waren verbunden durch einen RJ45 mini. Mit Strom versorgt wurde der 4-Port Switch durch einen USB-A Port an meinem zweiten NAS.

Mein Setup wuchs organisch. Sobald eine neue Funktion notwendig war oder sich Anforderungen geändert haben, wurde das Setup durch Käufe verändert oder erweitert. Das NAS, welches am Media Center steht, war die erste Komponente. Betrieben wurde es mit dem Betriebssystem NAS4FREE, welches mir für lange Zeit ein ZFS Dateisystem ermöglichte. Als ich jedoch zu meinen bestehenden Software Raid5 (3 Platten á 3TB) ein weiteren Software Raid5 (3 Platten á 4TB) nutzte das ZFS Dateisystem nahezu 12GB an Arbeitspeicher für knapp 14TB Speicherplatz, weswegen ich weg ging von dem ZFS Format.
Wegen meiner verschwenderischen Ordnung innerhalb des Dateisystems habe ich ein zweites NAS von einem Arbeitskollegen abgekauft. Somit konnte ich das Aufräumen umgehen. Meinen NUC habe ich ebenfalls von einem Freund abgekauft, der dieses Gerät als Media Center genutzt hat. Zuerst habe ich ebenfalls KODI benutzt um unsere gewünschten Medien zu konsumieren. Doch nach kurzer Zeit habe ich damit gestartet den NUC als TS3 Server und Minecraft Server zu nutzen.

Nach wenigen Wochen habe ich weitere Services wie zum Beispiel MusicBot hinzugefügt. Weitere dedizierte Game Server (z.B. ARK Survival Evolved) sowie einen Build Server mit einer Atlassian VM mit JIRA, Bitbucket und Bamboo kamen ebenfalls hinzu. Vor einem Jahr musste ich weitere 8GB RAM in den NUC investieren, damit mein NUC alle Services und Server ausführen konnte.

Letztes Jahr um dies Zeit war mein NUC zu 90%-100% ausgelastet, was mich an weiterem Wachstum hinderte. Wegen meinem Job und meinem Interesse an Virtualisierung benötigte ich mehr Power :). Das war der Grund, weshalb ich mich für eine Erweiterung der Infrastruktur entschieden habe. Der Zielzustand sollte dann so aussehen.

 

Ich wollte durch neue Hardware eine DMZ einrichten, die mein Netzwerk in 3 Zonen aufteilt. Die öffentliche Zone (schwarze Linien) würde den direkten Zugang zum Internet ermöglichen. Die DMZ (orangene Linien) sollte für die private Zone (blaue Lienen) zugänglich sein, jedoch keinerlei Zugriff auf die private Zone haben. In der DMZ sollten alle meine Services angesiedelt werden (TS3, Game Server, VMs, etc.) und möglicher Weise ein selbst gehosteter Dateiserver wie Owncloud (siehe meine eigene Daten-Cloud oder Fernzugriff auf mein Media Center mit Owncloud). Die neue Hardware wird spezifisch für Hypervising ausgelegt sein und weiteres Wachstum ermöglichen. Das Host Betriebssystem soll ESXi 6.0 werden. Meine aktuelle gehosteten Services sollen auf der neuen Hardware in dafür vorgesehene VMs umgezogen werden.

Der Hauptgrund für den Start des Projektes war, dass ich gerne Erfahrungen in dem Betrieb eines Hardware Servers mit all seinen Aspekten (Einrichtung, Kühlung, Wartung, Organisation, Sicherheit) sammeln wollte. Darüber hinaus habe ich aber auch weitere Gelegenheiten gesehen, die mich interessiert haben:

  1. genügend Resourcen zu besitzen um mehrere Gaming Server zu betreiben
  2. ausreichend Flexibilität zu erreichen um entsprechend meine aktuellen Bedürfnisse zu bedienen (Gaming, Arbeiten, Weiterbildung, etc.)
  3. das starten und skalieren von (eigenen) Services auf Abruf
  4. das Arbeiten mit Container Technologie ohne Cloud Computing Providern Gebühren zahlen zu müssen

In meinem nächsten Beitrag schreibe ich mehr über die neue Hardware und was mich dazu bewegt hat dieses Setup zu kaufen.

Der Artikel ist auch in english verfügbar.

Kommentare (2)

  1. Thomas

    vor allem ist eigener Server sicher, oder?
    Daten kann man selbst verschlüsseln. Keine Daten werden unterwegs verloren.

    Antworten
    1. Marcel Hodan (Beitrag Autor)

      Hallo Thomas,
      sofern man keine Löcher in die Firewall einbaut, sehe ich es genauso. Auf meinem ESXi läuft eine Instanz von IPFire (https://www.ipfire.org/). Diese Instanz hilft mir dabei die Grenze zwischen ‚privat‘ und ‚DMZ‘ zu ziehen. Das handling finde ich persönlich sehr angenehm 🙂

      Hoffe ich konnte dir (trotz verspäteter Antwort) helfen.

      Antworten

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